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Systembeschreibung inertiale Messsysteme der Baureihe iDIS

Inertiale Messsysteme mit faseroptischenoptischen Kreiseln
für Messaufgaben im Bereich der Fahrdynamik und Bewegungsanalyse

Einführung

Typenbezeichnung

Auswahlkriterien

Signalaufbereitung

Standardversionen

Optionen

Inertiale Messsysteme der Baureihe iDIS

   

Einführung
Das inertiale Messsystem misst Beschleunigung, Drehraten und die Lagewinkel eines bewegten Körpers. Die Beschleunigungen werden erdschwerekompensiert ausgegeben und die Lage wird bezogen auf den Horizont ermittelt.

Für die inertiale kinematische Vermessung sind drei Drehratensensoren und drei Beschleunigungsaufnehmer eingesetzt. Sensoren und Signalverarbeitung sind in einem gemeinsamen Sensor-Package angeordnet. Die Sensorsignale werden mit speziellen Strap-down-Algorithmen verarbeitet und in Echtzeit ausgegeben. Hauptaufgabe der Algorithmen ist die Lösung der Transformations- und Bewegungsdifferentialgleichung inkl. Kompensation der Erddrehrate (15,04°/h) und der Erdschwerebeschleunigung (ca. 9,81 m/s²), die von den Sensoren neben der Nutzbeschleunigung und Nutzdrehrate ebenfalls gemessen werden.

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Typenbezeichnung
In der Baureihe i DIS sind inertiale Systeme zusammengefasst, die sich in der nach Art der verwendeten Drehratensensoren und Beschleunigungssensoren sowie der Aufbereitung der Messdaten unterscheiden. Die Typenbezeichnung setzt sich folgendermaßen zusammen:
iDIS Buchstaben für die Art der Signalaufbereitung
-x Buchstaben(-kombination) für die Art der verwendeten Drehratensensoren
y Bezeichnung der Baureihe
  
Arten der integrierten Drehratensensoren
P piezovibrierende
F Closed-loop-Faserkreisel
FO Open-loop-Faserkreisel
D mechanische Kreisel (DTG)
R Ringlaser-Kreisel, Drift 1°/h
RA Ringlaser-Kreisel, Drift <0,01°/h
 
Arten der Signalaufbereitung
C Integrierter Microcontroller, Ausgabe der Messergebnisse 
analog (± 10V, 12 bit)
P Integrierter Pentium-Prozessor, Ausgabe der Messergebnisse über RS 232, analog, Silicon Disk, Ethernet/IPX, CAN-Bus, etc.
Auf Wunsch können auch kundenspezifische Lösungen im Bereich inertialer Sensoren und Systeme realisiert werden.

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Auswahlkriterien
Bewertung und Art der verwendeten Drehraten- sensoren Die wichtigsten Kenngrössen zur Bewertung von unterschiedlichen Drehratensensoren sind:

Drift

Die Drift ist eine zufällige Abweichung der Drehrate, die sich beim Einschalten eines Drehratensensors einstellt. Durch Abgleichen zu Beginn einer Messung kann dieser Offset reduziert werden. Allerdings ändert sich die Abweichung geringfügig auch während der Messung.

Dieser geringe Fehler addiert sich bei der Berechnung des Winkels mit der Zeit auf, so dass mit zunehmender Messdauer der Winkelfehler größer wird. Viele Versuche (z.B. in der Fahrdynamik) sind sowieso von kurzer Dauer (< 1 min) und es kann mit den in den Datenblättern genannten Genauigkeiten gerechnet werden.

Bei längerer Versuchsdauer kann das Messsystem mit einem Wegsensor (Odometer) "gestützt" werden, d.h. das Signal eines Wegsensors kann als zusätzliche Information in das inertiale System eingespeist werden. In diesem Fall spielt die Messdauer keine Rolle mehr und die im Datenblatt angegebenen Genauigkeiten bzgl. der Winkel gelten ohne Einschränkung.

Bandbreite

Ein weiteres Kriterium ist die Bandbreite. Die Bandbreite ist die Differenz zwischen der höchsten und der tiefsten noch durchgelassenen Frequenz. Im Falle der hier besprochenen Drehratensensoren und Beschleunigungsaufnehmer ist die tiefste Frequenz 0 Hz, d.h. die Bandbreite ist gleich der höchsten noch durchgelassenen Frequenz (Grenzfrequenz).

allgemein

Die mechanische Belastbarkeit, Handhabbarkeit und Wartungsfreiheit sind Eigenschaften, die bei piezovibrierenden, faseroptischen und bei Ringlaser-Kreiseln vergleichbar sind.

Im Gegensatz dazu sind mechanische Kreisel empfindlich gegen Schock, sind dadurch schlechter zu handhaben und verursachen deutlich höhere Betriebskosten.
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Signalaufbereitung Der integrierte Microcontroller (iDIS-xC) verrechnet die Signale der Sensoren in Echtzeit und gibt 10 Signale (3 Beschleunigungen, 3 Drehraten, 3 Winkel, Anzahl Umdrehungen um die Hochachse z) als Analogsignal aus (±  10 V,12 Bit). Eine Stützung für Wank- und Nickwinkel ist optional möglich. Die Nordausrichtung erfolgt vor der Messung durch Eingabe des aktuellen Kurswinkels oder alternativ über einen integrierten GPS-Empfänger. Die Bedienung des Systems kann wahlweise über ein optionales Terminal oder über PC mit Bediensoftware unter Windows® erfolgen.

Systeme mit integriertem Pentium-Prozessor (iDIS-xP) verrechnen die Signale der Sensoren in Echtzeit und geben 10 Messgrößen (3 Beschleunigungen, 3 Drehraten, 3 Winkel, Anzahl Umdrehungen um die Hochachse z) als serielles Signal aus. Die Geräte enthalten 2 PCMCIA-Slots, über welche eine flexible Ausgabeschnittstelle der Daten geschaffen wird.

Optional sind folgende Ausgaben möglich: Analog, SiliconDisk, Ethernet/IPX, CAN-Bus, MIL-1553B, IEC-Bus, RS232 etc. Zur Bestimmung des Anfangskurswinkels ist ein GPS-Empfänger standardmäßig integriert. 

Die Bedienung des Systems kann wahlweise über ein optionales Terminal oder über PC unter Windows® erfolgen. Weitere Optionen sind eine Post-processing-Software zur Ermittlung von Geschwindigkeit, Position oder Höhenprofilen, DGPS-Kopplung, VGA-Karte (in diesem Fall kann das System direkt mit einer angeschlossenen Tastatur und VGA-Monitor bedient werden) u.a. Der optional anschließbare Wegsensor ermöglicht online eine Korrektur von Wank- und Nickwinkeldrift, so dass die Messdauer durch die Kreiseldrift nicht limitiert ist.

Dafür geeignete Wegsensoren sollten mindestens 400 TTL-Pulse/m liefern. Einsetzbar dafür sind einachsige korrelationsoptische Sensoren  oder der DATRON-MicroStar-Mikrowellensensor  bzw. Radimpulsgeber.

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Standardversionen
System-
bezeichnung
System-
konfiguration
Anwendungsbeispiele
iDIS-FOC Open-loop-FOG Microcontroller
Messung von Beschleunigung, Drehraten und Winkel in bzw. um bis zu 3 Achsen an beliebig bewegten Körpern
Kurs- und Lagebestimmung von Wasserfahrzeugen
Fahrkomfortmessungen
Fahrwerkoptimierung
iDIS-FOP Open-loop-FOG Pentium-Prozessor
iDIS-FC Closed-loop-FOG Microcontroller
Lage- und Fahrdynamikanalyse von Pkw, Lkw, Motorrädern, Schienenfahrzeuge gemäß 
DIN/ISO 70 000
iDIS-FP Closed-loop-FOG Pentium-Prozessor
iDIS-RP Ringlaser-Kreisel Pentium-Prozessor
Stabilisierung von Plattformen
Navigation und Regelung von Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen
iDIS-RAP hochgenauer Ringlaser-Kreisel Pentium Prozessor
Hochgenaue Richtungsreferenz
Vermessung und Kalibrierung von Werkzeugmaschinen und Industrierobotern
Kinematische Vermessung von Bauwerken und dynamisch beanspruchten Strukturen
Geodätische Vermessung
iDIS-FP ist das klassisch in der Fahrdynamik eingesetzte Messsystem.

Für hochgenaue Bahnvermessungen mit Kreiselsystemen wird i.d.R. das System iDIS-RAP eingesetzt.

Standardmäßig sind in der iDIS-Baureihe keine inertialen Systeme mit piezo- vibrierenden Drehratensensoren (erfüllen noch nicht die Genauigkeitsanforderungen der Fahrzeugmesstechnik) und keine mit mechanischen Kreiseln (nicht mehr Stand der Technik, schlechte Handhabbarkeit) vorgesehen.
Auf Kundenwunsch können jedoch auch solche Systeme angeboten werden.

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Optionen
Zur Anpassung der einzelnen Systeme der iDIS-Baureihe an die Anforderungen des Kunden sind nachfolgend beschriebene Optionen verfügbar:
Geschwindigkeitsstützung für Nick-, Wank- bzw. Gierwinkel Die Genauigkeitsangaben bezüglich der Winkel gelten nur für eine begrenzte Messdauer (< ca. 1 Min). 
Da der Winkel durch Integration aus dem Drehratensignal errechnet wird, nimmt mit zunehmender Messdauer auch der Winkelfehler zu. 

Der optional anschließbare Geschwindigkeitssensor ermöglicht online eine Korrektur der Winkeldrift, so dass die Messdauer durch die Kreiseldrift nicht limitiert ist. 

Dafür geeignete Wegsensoren sollten mindestens 400 TTL-Pulse/m liefern. Einsetzbar dafür sind einachsige korrelationsoptische Sensoren  oder der DATRON-MicroStar-Mikrowellensensor  bzw. Radimpulsgeber.

Geschwindigkeitsstützung mit Sensor für Längs- und Quergeschwindigkeit Zusätzlich zur linearen Geschwindigkeitsstützung kann mit dieser Option in Verbindung mit der Post-processing-Software der echte Schwimmwinkel im Fahrzeugschwerpunkt ohne Einschränkungen bezüglich der Versuchsdauer gerechnet werden.

Dafür geeignete Wegsensoren sollten mindestens 400 TTL-Pulse/m liefern. Einsetzbar dafür sind zweiachsige korrelationsoptische Sensoren.

Einbinden von DGPS Mit dieser Option ist es möglich, online oder offline die absolute Position mit verschiedenen Genauigkeiten von ± 5 m bis zu ± 1 cm zu bestimmen. Für diese Option wird die Stützung mit einem Geschwindigkeitssensor vorausgesetzt.
LCD-Terminal
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Das LCD-Terminal ermöglicht die Bedienung und die Parametrierung des Systems und die Online-Anzeige der Messdaten ohne PC.

Mittlerweile steht alternativ komfortable Anwender-Software unter Windows zur Verfügung.
Messwertausgabe Die Systeme mit integriertem Pentium Prozessor geben die Messdaten standardmäßig als serielles (RS 232) Signal mit einer Ausgabefrequenz von max. 50 Hz aus. Dieses Signal kann über die COM-Schnittstelle eines PC eingelesen und als ASCII- oder Binärdatei gespeichert werden. Optional kann bei diesen Systemen das Signal auch in anderer Form ausgegeben werden:
 Analog Diese Option ermöglicht es, die Messwerte ( 3 x Drehrate, 3 x Beschleunigung, 3 x Winkel, 1 x Anzahl Umdrehungen [aufsummiert] um die z-Achse) als analoge Signale, ± 10 V, 12 Bit Auflösung, auszugeben.

Ausgabefrequenz abhängig vom Gerätetyp.

CAN-Interface Messwerte werden als CAN-Signal ausgegeben (single oder double precision, max. 300 Hz). Zur Synchronisierung werden die Signale mit einem Zeitstempel versehen. Zu diesem Zweck ist ein externer periodischer Synchronisationspuls notwendig.
Ethernet-Interface Messwerte werden als Ethernet-Signal (IPX-Protokoll) ausgegeben (Auflösung, max. 500 Hz). Zur Synchronisierung werden die Signale mit einem Zeitstempel versehen. Zu diesem Zweck wird ein Synchronisationspuls von der Messdatenerfassung benötigt.
Serielles Interface Messwerte werden als serielles Signal ausgegeben (Auflösung, 100 Hz). Zur Synchronisierung werden die Signale mit einem Zeitstempel versehen. Zu diesem Zweck ist ein Synchronisationspuls von der Messdatenerfassung erforderlich.
Virtueller Messpunkt Mit dieser Option ist es möglich, in Echtzeit den Bezugspunkt der gemessenen Daten in jeden beliebigen Punkt des Fahrzeuges zu transformieren, z.B. können die Messwerte auf den (statischen) Fahrzeugschwerpunkt bezogen werden, obwohl das inertiale System im Kofferraum installiert wurde (vorausgesetzt, das Fahrzeug kann als starrer Körper betrachtet werden).
VGA-Grafikkarte Die Grafikkarte ermöglicht es, einen Monitor (z.B. LCD-Display) und eine Tastatur anzuschließen und so das System zu bedienen und zu parametrieren und online die Messwerte anzuzeigen
Postprocessing Geschwindigkeit Softwarepaket, das es ermöglicht, anhand der gemessenen Daten die Geschwindigkeit offline zu errechnen (z.B. zur Ermittlung des echten Schwimmwinkels im Fahrzeugschwerpunkt). Die Genauigkeit ist abhängig von Messdauer und Fahrmanöver.
Postprocessing Geschwindigkeit + Position Softwarepaket, das es ermöglicht, anhand der gemessenen Daten sowohl die Geschwindigkeit als auch die Position offline zu errechnen (z.B. zur Ermittlung des echten Schwimmwinkels im Fahrzeugschwerpunkt). Die Genauigkeit ist abhängig von Messdauer und Fahrmanöver.
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